Günstige PC-Komponenten & gute Leistung - Kaufberatung Allround-PC

flickr/Mike Babcock

Foto: flickr/Mike Babcock

Wer einen PC zusammenstellt, muss wissen, was der PC können soll. Und Anwender, die das wissen, brauchen oft keinen Rat mehr. Einen PC, der praktisch allen aktuellen Aufgaben gewachsen ist, der aber auch mit dem Anwender wachsen kann — und das möglichst für wenig Geld; gibt es so etwas? Durchaus. Ein paar einfache Tipps helfen bei der Zusammenstellung eines einfachen, aber fähigen Allround-PCs.

Eierlegende Wollmilchsäue

Einen PC, der wirklich alles kann, kann es nicht geben. Und wenn es ihn geben würde, dann wäre er vor allem eines: zu teuer. Exakt einen PC zusammenzustellen, der dann nur einer kleinen Gruppe von Kunden weiterhilft, ist nicht das Ziel dieses Artikels. Wir wollen lieber aufzeigen, welche Komponenten günstig und möglichst vielseitig sind. Für Anwender, die mehr Leistung wollen, haben wir dann auch noch Tipps.

Was muss der Prozessor können?

AMD

Foto: AMD

Zwei Eigenschaften machen eine CPU zum zukunftssicheren Allrounder: Sie ist günstig und setzt bereits auf moderne Architektur. Die ganz neuen Serien, Intels Core i7 und AMDs Phenom II, sind nur für Enthusiasten geeignet; für mehr sind sie noch zu teuer. Höchstens die Triple Cores, die AMD unter der Kennung Phenom II X3 unter den Mann bringt, liegen im erschwinglichen Bereich. Drei Kerne klingt krumm, bietet aber gute Performance für die Kombination aus Anwendungen, die Dual-Core-Architekturen ausnutzen und Programmen mit weniger Leistungshunger, die nebenbei laufen. Für die AMD Phenom II X3 710 bezahlt man gemäßigte Preise, hat dann aber eine moderne CPU in 45 nm-Strukturbreite.

Aber auch viel günstigere CPUs sind oft gut zu gebrauchen. Intel hat viele Core 2 Duo-CPUs am Start, die starke Leistung bieten. Gut finanzierbar sind aktuelle Core 2 Duo-Modelle von Intel wie die E8400 mit stolzen 3 GHz oder die E8500 mit 3,167 GHz Prozessortakt. Und bei Anwendungen, die noch nicht auf Multicore-Architektur optimiert sind, bringen die höheren Taktraten auch bessere Leistung.

Es geht aber auch deutlich günstiger. Ein Preis-Leistungsschlager von Intel ist sicher die Pentium E5200-CPU — ebenfalls eine Dual Core-CPU. Und mit der AMD Athlon 64 X2 7750 hat auch AMD einen günstigen, vielseitigen Prozessorkern im Angebot.

Grafikkarte oder nicht?

MSI

Foto: MSI

Braucht man wirklich eine Grafikkarte? Nein — es sei denn, man will aktuelle Spiele genießen, oder arbeitet mit Video. Wer auf die Grafikkarte verzichtet, sollte allerdings auf einen modernen Grafikchip achten, um nicht schon vor kleinen grafischen Aufgaben zu kapitulieren. Als besonders starke Chiplösungen gelten Nvidias GeForce 9 mGPUs. Wer sich aber für eine Karte entscheidet, der sollte zu Modellen greifen, die möglichst lange Freude machen.

Und wenn es eine Grafikkarte sein soll? Dann profitiert man von guten Preis-Leistungsverhältnissen. Denn der scharfe Preiskampf zwischen AMD und Nvidia sorgt für einige gute Angebote. Auf der AMD-Seite sind Karten von Radeon HD 3870 bis 4870 interessant. MSIs HD 3870-Variante RX3870-T2D512E-OC braucht zwar viel Strom und Kühlung, bietet dafür aber immer noch gute Leistung zum inzwischen kleinen Preis. Am anderen Ende steht Sapphires Radeon HD 4870 1024MB GDDR5 für alle, die zwei DVI-Ports und starke Leistung benötigen.

Nvidia hat mit der GTX 260 eine günstige, aber leistungsstarke Karte im Angebot. Neu und nicht zu teuer ist zum Beispiel Zotacs GeForce GTX 260 Synergy Edition 896MB. Immerhin 576 MHz Chip- und 2000 MHz Speichertakt, Shader 4.0 und DirectX 10.0-Unterstützung kommen mit der Karte in den PC.

Arbeitsspeicher ist nicht gern allein

Corsair

Foto: Corsair

Schneller Speicher mag Performancevorteile bringen; wichtiger ist aber, dass erst einmal genug Speicher vorhanden ist. Bei (immer noch verbreiteten) 32-Bit-Systemen kommt man nicht über 3 Gigabyte hinaus. Angesichts der niedrigen RAM-Preise gibt es ansonsten keinen Grund, weniger als vier Gigabyte im PC unterzubringen. Wie billig RAM geworden ist, macht Corsairs XMS2 4GB Kit DDR2 PC2-6400 vor: 4 Gigabyte Speicher werden hier zur günstigsten Komponente des PCs. Wer den Bustakt des Speichers von 800 auf 1066 MHz erhöhen will, der fährt mit dem OCZ Platinum 4GB Kit DDR2 PC2-8500 ebenfalls sehr günstig.

Das Mainboard hält alles zusammen

Elitegroup

Foto: Elitegroup

Wer am Mainboard spart, spart schnell am falschen Ende. Denn die Hauptplatine muss sich erstens mit allem vertragen, was anfangs in den PC kommt, zweitens aber auch in Zukunft den nötigen Spielraum für Updates und Erweiterungen bieten. Wer vor allem Geld sparen will, wird bei Elitegroup fündig. Der Hersteller gehört nicht zu den bekanntesten, dafür ist sein Elitegroup A780GM-A mit AM2+-Sockel richtig billig. Wer Wert auf gute Testergebnisse legt, der findet mit dem ASRock AOD790GX/128M ein gutes, günstiges Mainboard mit AMD-Sockel, das vernünftige Ausstattung mitbringt.

Bei Intel-Mainboards muss es der LGA-775-Sockel sein. Der verträgt sich zwar leider nicht mit den ganz modernen Core i7-Modellen, aber die sind für einen Allround-PC noch zu teuer. MSI hat mit dem P6NGM-FD ein echtes Sparmodell vorgestellt. Etwas wenig Platz für Arbeitsspeicher ist schon das größte Manko.

Festplatten schaffen Platz

Samsung

Foto: Samsung

Viel Platz ist wichtig. Zum Einen hilft freier Platz, die Performance des PCs stabil zu halten, zum anderen zeigt die Erfahrung, dass auch Riesenplatten in ein paar Jahren nicht mehr riesig sind. Festplatten bis zu einem Terabyte Kapazität sind dazu billig zu haben. Und bei Modellen wie der Samsung SpinPoint F1 1TB fragt man sich schon, warum man weniger Kapazität nehmen soll; 7200 rpm, 32 MB Pufferspeicher und ein Terabyte Speicher kosten einfach nicht mehr viel Geld. Wer doch ein paar Euro sparen will, findet zum Beispiel mit der Western Digital Caviar SE16 500GB eine Alternative mit guten Testergebnissen und kleinerem Puffer.

Trick für schnelleres Arbeiten: Eine kleinere, schnellere Festplatte für das Betriebssystem reservieren, und die größere Platte nur für Daten anlegen. Wem die Western Digital Raptor mit 74 GB Kapazität reicht, der bezahlt für die Investition nicht einmal viel Geld.

Gehäuse, Netzteil, Kühler

Unwichtig sind Gehäuse, Netzteil und Kühler nicht. Wer aber keinen besonders starken oder leisen PC einrichtet, der achtet hier vor allem auf den Preis. Bei Gehäusen ist darauf zu achten, dass genug Erweiterungsmöglichkeiten und Platz vorhanden sind. Das Netzteil muss genug Energie liefern — wieviel, hängt vom Energiehunger der Komponenten (vor allem CPU und Grafik) ab. Wer nicht übertaktet und gegenüber Arbeitsgeräuschen nicht empfindlich ist, der wählt Grafikkarten und CPUs mit mitgelieferten Kühlern.

Peripherie: Monitor, Maus, Tastatur, Sound…

Auf mögliche Peripheriegeräte können wir hier nicht mehr eingehen. Schließlich lässt sich die Liste sinnvoller Erweiterungen fast beliebig fortsetzen, und sieht für jeden Anwender anders aus. Auf die wichtigsten Komponenten haben wir aber einen Blick geworfen. Und es zeigt sich, dass der Kauf eines vielseitigen PCs weder teuer, noch eine hohe Kunst ist.

Verwandte Artikel

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Eine Meinung hinterlassen: